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Wenn das antrainierte Ich das Zepter übernimmt

Wer bin ich – und wenn ja, wie viele?” – Richard David Precht bringt mit seinem Buchtitel auf den Punkt, was ich bei vielen Menschen beobachte. Um die Kindheit, das Schulsystem, das Elternhaus, die sozialen Prägungen im Studium und im Berufsleben und oft auch Beziehungen und eine Partnerschaft (gut) zu überleben, haben sich die meisten ein zweites Ich antrainiert. Eines, das sich anpasst, in eine Rolle schlüpft, nicht auffällt und gut funktioniert. Oder eben eine Rolle, die bewusst auffällt, aber auf alle Fälle gut funktioniert und das gewünschte Ergebnis bringt. Von Lebensbereich zu Lebensbereich kann diese Rolle variieren. Das kennen wir alle. Die Rollen allein wären auch nicht das Problem. Kritisch wird es, wenn wir unser wahres Selbst nicht mehr kennen und uns mit dem antrainierten Ich, mit diesem Bündel an Rollen, identifizieren.

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Mein Name ist Chamäleon

Das weit verbreitete Credo “Du kannst alles sein, was du willst” führt dazu, dass die meisten sich nicht mehr fragen, wer sie wirklich sind, sondern wo sie sich wie am besten geben können, um überall gut anzukommen und zu glänzen. Wie ein Chamäleon. Von der Uhrenmarke bis zur Sockenfarbe, von der Art zu grüßen bis zur angepassten Sprechstimme, von der Gehgeschwindigkeit bis zum ernsthaften Gesichtsausdruck, Floskel um Floskel antrainiert. Der Habitus, der zum Erfolg führt, ist bestens bekannt und sitzt.

Man steht Mitten im Leben und doch so weit neben sich selbst.

Doch wo steckt der echte Mensch hinter diesem kreierten Ich?
Viele meiner Klient*innen entdecken plötzlich mit 40, 50, 60 Jahren, dass sie im Außen zwar als sehr erfolgreich gesehen werden, sich selbst aber gar nicht wirklich kennen. Innerlich leiden sie latent ständig – mal bewusster, mal unbewusster – unter Zweifeln. Seltener unter Zweifeln was die Inhalte des Arbeitslebens betrifft – die sind ja antrainiert, aber häufig unter Zweifeln, was für einen Sinn das Ganze eigentlich macht. Sie haben alles erreicht, was sie wollten, aber sie haben sich selbst dabei verloren.

Der “Du kannst alles sein, was du willst”-Schwachsinn hat sie in die Einsamkeit getrieben.

Game over!

Viele wachen eines Tages auf, weil eine Krise ein Fortführen des Versteckspiels nicht mehr erlaubt. Entweder der Körper reagiert mit Allergien, Schmerzen oder Krankheiten, oder ein Unfall, eine Trennung, ein Verlust oder ein Schock führt zum Nachdenken. Es wird nun offensichtlich, dass ein Kastanienbaum nun mal ein Kastanienbaum ist und niemals ein Rosenstrauch wird. Der Verstand läuft Amok: “Wie kann ich meinen Schein wahren?!?” – Eine Zeitlang mag der Verstand auch noch kreative Tarnmäntelchen hervorbringen. Aber darunter brodelt bereits die immer lauter werdende Frage: “WER BIN ICH wirklich wirklich?”

Das Nachdenken allein bringt nicht die Lösung. Denn das, was in all den Jahren verloren ging, ist das Gefühl für sich selbst, für seine eigene innere Stimme. Und diese Leere und Traurigkeit über den Verlust der eigenen Seelenverbindung führte dazu, dass wir das Leben mit noch mehr Aktivitäten und Ablenkungen vollstopften.

Wir glaubten, uns selbst zu kennen. Aber taten wir das wirklich…? – Wenn wir die Sprache des Lebens verstehen, dann lautet die Antwort wohl “Nein”.

Guten Morgen, Seelenstimme!

2006 stand ich an diesem Punkt. Damals war ich knapp über 30, war seit wenigen Monaten verheiratet, hatte einen tollen Job als Unternehmensberaterin, arbeitete an einem megaspannenden Projekt, verdiente gut, hatte genügend Zeit für Freunde, sportelte, machte ein wenig Yoga, meditierte ab und zu, reiste viel und hätte mein Leben als ziemlich “perfekt” beschrieben.

Hätte mich nicht eine arge Pollenallergie wortwörtlich aus meinem Schlaf gerissen (und zwar Nacht für Nacht mehrmals), hätte ich wohl noch lange weiter geschlummert. Meine Tage und Nächte bestanden aus Niesen, juckenden Augen, Halskratzen und Nase putzen. Der Schlafmangel machte sich bemerkbar, ich rotierte nur noch. Das war kein Spaß!

Meine Schwester erzählte mir von einer Schweizerin, die angeblich “hellhörig” sein sollte. Aus Neugierde und weil mein Leidensdruck groß genug war, buchte ich einen Termin. Anders als bei anderen Coaches musste ich ihr gar keine langen Fragelisten beantworten. Sie sprach Dinge aus, die sie nicht wissen hätte können und formulierte Sätze, die Punktlandungen waren. Ich realisierte in der einen Stunde, dass diese Frau mich wohl besser kannte als ich mich selbst und dass ich im Grunde eine riesige Sehnsucht nach mir selbst hatte.

Ein paar Flugumbuchungen und Terminverschiebungen später saß ich in der darauffolgenden Woche in ihrem Seminar, das mir die Augen öffnete, wer ich wirklich bin – oder zumindest einen Zugang zu meinem wahren Selbst gab. Ich konnte meine Seelenstimme wieder wahrnehmen und wusste genau, was ich ändern sollte. Ab Tag 2 des Seminars war ich symptomfrei. Die Allergie war weg.

Meine Seelenstimme spricht seit damals wieder klar und deutlich mit mir. Ein größeres Geschenk hätte ich mir nie machen können!

Mein neues Leben

Das alte, toll manifestierte “perfekte” Leben war entlarvt. Da nun vieles nicht mehr passte, standen eine Reihe von Veränderungen in kürzester Zeit an: Ich ließ mich scheiden und erntete dabei viel Unverständnis, verlegte meinen Hauptwohnsitz von Manchester nach Bozen, Südtirol, begann eine Ausbildung zur spirituellen Lehrerin in Frankreich, besuchte Fortbildungen in Amerika und bereitete mein neues Leben in Wien als Selbständige vor. Der Job als Unternehmensberaterin passte noch, sollte sich aber in der Arbeitsweise total wandeln. Aber mir war klar, dass ich in Zukunft nebenberuflich nie mehr Marketingstudent*innen beibringen wollte, wie sie bessere Klopapier-Verkaufsstrategien entwickeln können.

Ich wollte Menschen in Zukunft helfen, sich selbst und ihre Lebensaufgabe zu erkennen.
Sinn in ihrem Leben zu finden. Glücklich zu sein, sich erfüllt zu fühlen.
Und alle überflüssigen konstruierten Ichs loszulassen.

Und das mache ich seitdem (unter anderem): Seit 16 Jahren biete ich Seminare zum Erkennen der eigenen Lebensaufgabe an. Durch Ausbildungen und jahrelange Erfahrung wurde ich ziemlich gut darin, Lebenswege von Menschen zu lesen, “Firmenseelen” wahrzunehmen, Wesenstexte abzurufen, noch nicht gelebte Potenziale zu erkennen und schlummernde Fähigkeiten freizulegen. All das führte letztendlich dazu, dass ich als Unternehmensberaterin und Business-Coach mittlerweile sehr schnell am Punkt bin und Transformationen von Einzelpersonen, Teams und Unternehmen auf so schnelle, elegante Weise bewirken kann. Dieses Wissen gebe ich seit zwei Jahren auch in einer Beraterausbildung weiter.

Lust aufs wahre Selbst?

Irgendwie habe ich das Gefühl, dass ich überhaupt erst so richtig zu leben begann, nachdem ich wieder Zugang zu meiner wirklichen, inneren Heimat gefunden hatte.

Sollten Sie auch Sehnsucht danach haben, zögern Sie nicht, seien Sie mutig! Sie werden es garantiert nicht bereuen. Nicht jeder muss so viele alte Brücken hinter sich abreißen wie ich damals. Ich hatte vorher einfach zu viele falsche Schritte gesetzt und musste einen umso größeren Sprung machen, um an meinen rechtmäßigen Platz im Leben zu gelangen. Bei den meisten Menschen, die ich zur eigenen Lebensvision begleite, sind die Übergänge von alt auf neu nicht so radikal, sondern eher fließend. Aber egal ob radikal oder gemächlich: Es passt immer. Die Menschen blühen auf, ihre Augen beginnen zu leuchten, sie fühlen sich lebendig, körperliche Symptome verblassen, ein neuer Flow stellt sich ein, das Leben wird leichter und freier.

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Dr. Verena Kusstatscher
Business-Coach, Unternehmensberaterin, Universitätslektorin, Ausbilderin von Führungskräften und Berater*innen.

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Vorschau

Wenn ich Sie oder Ihr Unternehmen im Transformationsprozess begleiten darf oder wenn Sie an einer Ausbildung interessiert sind, melden Sie sich für ein Orientierungs- und Klarheits-Gespräch.

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